Bluetooth oder UWB? Oder beides?

Bluetooth oder UWB. Welche Technologie ist die bessere Positionierungstechnologie für Innenräume? Wir versuchen eine Klärung. Denn wenn es um Positionsbestimmung in Innenräumen geht, stehen Nachfragern verschiedene Technologien und eine Reihe von Kombinationen zur Verfügung. Wir schauen in diesem Text genauer auf Bluetooth und Ultra Wideband.

Nahfunkkonkurrenten Bluetooth und UWB

Bluetooth und UWB sind sogenannte Nahfunktechniken, mit denen man auf wundersame Weise die Positionen von Gütern und Personen bestimmen kann. Einen Überblick über die „wundersame Weise“, also wie das genau funktioniert, gibt es beispielsweise auf locationbased-services.de oder, für die, die es ganz genau wissen wollen, hier. Dann aber bitte reichlich Zeit mitbringen, die wir uns hier und jetzt nicht nehmen wollen. Denn im Grunde ist Anwendern viel wichtiger, das die Position eines Assets oder einer Person überhaupt bestimmt wird. Und das können beide Technologien bieten. Mit UWB-Technologie kann sogar wesentlich genauer positioniert werden als mit Bluetooth-Technologie. Also ist die Sache klar: UWB gewinnt, oder? Ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn schließlich gibt es neben der Positionierungsgenauigkeit noch andere Parameter, die eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung beeinflussen können.

UWB ist teuer.

Ganz oben stehen die Kosten. Und bei denen steht UWB eben auch ganz oben. iBeacons – als Sender – gibt es bereits für wenige Euro, UWB-Tags können gut und gerne das zehnfache von diesem Betrag kosten. Angesichts dessen stellt sich die Frage, wie viel ist mir die genauere Positionierung wert. Und muss die Positionierung überhaupt auf den Zentimeter genau sein, damit sie meinen Ansprüchen genügt?

Bluetooth Sender BLE schlägt oft UWB
Bluetoothsender sind wesentlich günstiger

Welche Positionierungsgenauigkeit wird benötigt?

Unterscheiden lässt sich anhand der Positionierungsgenauigkeit zwischen Presence, Proximity und Positioning:

  • „Presence“ beantwortet nur die Frage, ob ein zu trackender Gegenstand „da“, also im Gebäude ist. Analog wird deshalb auch von Building Level gesprochen.
  • „Proximity“ klärt die Frage, ob ein gesuchter Gegenstand sich in einer bestimmten Zone innerhalb des Gebäudes befindet, deshalb findet dieses Tracking auf „Zone Level“ statt.
  • „Positioning“ meint eine exakte und konstante Lokalisierung innerhalb des Gebäudes. Bei dieser Art des Trackings werden auch die Bewegungen eines Assets innerhalb des Gebäudes nachvollziehbar.

Also müssen wir uns wohl oder übel den jeweiligen Use Case genau anschauen. Will ich zum Beispiel eine Person in einem Einkaufszentrum oder einer Freizeitanlage tracken, reicht eine geringere Positionierungsgenauigkeit, schließlich erkenne und entdecke ich die Person nicht erst auf 30 Zentimeter Entfernung. Ähnliches gilt für Industrie-Güter wie Paletten oder Gabelstapler oder Produktionsteile, die sich eventuell sowieso ausschließlich auf einer festgelegten Bandstrecke bewegen. In diesen Fällen sollte bzw. muss ich – nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen – zu Bluetooth-Technologie greifen. Denn was UWB-Technologie nicht leisten kann, ist die Darstellung einer Position auf einer Karte in einer App. Diese Kernfunktion einer Indoor Navigation kann UWB nur Mithilfe von Bluetooth-Technologie erfüllen. Bei ausschließlicher Beschränkung auf UWB-Technologie kann die Position eines verfolgten Assets oder einer getrackten Person nur im Backend visualisiert werden. Man spricht dann von serverseitiger Positionsbestimmung, im Gegensatz zur clientseitigen Positionsbestimmung, bei der eine Position problemlos auf dem Smart Phone ausgegeben werden kann.

Bluetooth oder UWB – das Fazit:

Ist also im Gegensatz zum ersten Blick Bluetooth Low Energy doch der Positionierungs-Champion? Die Antwort bleibt ein eindeutiges „Jein“. Es gibt eben nicht den einen Positionierungs-Use-Case. Wer ein hochpräzises dreidimensionales Asset Tracking benötigt, der muss auf UWB zurückgreifen und in den sauren Apfel der hohen Kosten beißen. Für eine komfortable Indoor Navigation oder ein einfacheres Asset Tracking ist das günstigere BLE die Technik der Wahl. Per AoA-Positionierungsmethode (Angle of Arrival) kann zudem auch via Bluetooth-Beacons eine Positionierungsgenauigkeit im sub-meter Bereich erreicht werden. Zwar steigen mit der Präzision immer die Kosten. Aber auch AoA erreicht nicht die Investitionsgröße von UWB.

Eine Antwort auf die Frage, welche Technologie die bessere ist, gibt es nicht. Sehr wohl aber gibt es Antworten auf die Frage, welche Technologie für die jeweilige spezielle Anforderung besser geeignet ist. Und diese Antwort zu finden, helfen wir gerne.

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