Fünf Punkte, die Sie unbedingt checken sollten, wenn Sie einen IoT-Anbieter suchen

„Der digitale Wandel treibt die Unternehmen. Gefragt sind jetzt greifbare Lösungen und keine digitalen Leuchtturmprojekte.“ Mit diesen Worten beschreibt Frank Haines, CSO der Logicalis GmbH, die Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen. Aber auch für Innovations-Anbieter. Denn: „Insbesondere im Mittelstand erwarten die Entscheider sichtbare Ergebnisse.“ Diese Aussage macht deutlich, dass der Mittelstand genug hat von digitalen Schaumschlägern, 20 Jahre alten Innovations-Coaches und selbsternannten Change Managern. Es reicht 2018 nicht mehr, ein paar Buzzwords aneinander hängen zu können und damit für höchste Stundensätze ein eher genervtes Publikum beeindrucken zu wollen.

Es besteht aber auf der anderen Seite überhaupt kein Zweifel, dass es heute mehr disruptive Innovationen und extrem gewinnbringende Technologien als je zuvor gibt. Und es gibt definitiv eine unübersichtlich große Anzahl von Anbietern, Startups und Consultants, die sich damit mehr oder weniger gut auskennen. Die drängende Frage, die sich aus dieser Kombination ergibt, ist, wie man einen bzw. den Anbieter findet, der diese Technologien in sinnvolle Geschäftsverbesserungen umsetzen kann. Drängend deshalb, weil laut Forrester Research 60 % der Entscheider in internationalen Unternehmen IoT-fähige Anwendungen schon nutzen oder planen, dies in den kommenden zwei Jahren zu tun – und die Auswahl der passenden IoT-Plattform und der Anbieter für das Unternehmen oft eine Herausforderung ist. Sprich: Wer kann mir als Unternehmer helfen, mein Betriebsergebnis zu verbessern und wer stiehlt mir nur Zeit und Geld?

1. Hören Sie sich im eigenen Netzwerk um. Word of mouth ist die beste Entscheidungshilfe und viel besser als Google. Denn über Suchmaschinen finden Sie nicht den besten Anbieter, sondern den Anbieter mit dem besten SEO-Manager bzw. im Zweifel den Anbieter, der am meisten in SEO-Maßnahmen investiert. Gleiches gilt auch für „Fachzeitschriften“ und viel zu viele Onlinemagazine – ein Artikel entpuppt sich leider zu oft als Advertorial. Hier geht nur darum, wer das meiste Geld in die Hand nimmt, und nicht darum, wer die beste Lösung parat hat. Vertrauen Sie Ihrem Netzwerk.

2. Wenn Sie sich selbst auf die Suche nach einem Anbieter machen, schauen Sie nicht so sehr auf die beeindruckenden Grafiken, sondern sehr genau auf die abgeschlossenen Projekte des potentiellen Partners. Und scheuen Sie sich nicht nachzufragen. War das Projekt mehr als einer der beliebten Show- oder Test-Cases? Denn dass es einen Showcase gab, heißt nicht, dass er auch erfolgreich war und dass mehr davon blieb, als das Logo eines renommierten Unternehmens im Kundenbereich des Anbieters. Wer für die Deutsche Bahn ein Sensornetzwerk aufgebaut hat, darf dagegen durchaus als vertrauenswürdig eingestuft werden.

3. Gibt es Vertriebspartner, die bereits die Lösung des potentiellen Anbieters im Programm haben? Namhafte Systemhäuser oder global agierende Komponentenanbieter können es sich viel weniger als ein Startup leisten, ihre Kunden mit einer mangelhaften Lösung zu verprellen. Das heißt, hier wurde vermutlich bereits sehr gründlich geprüft.

4. Gibt es Testimonials? Finden Sie auf der Homepage oder in den sehr beliebten Whitepapers lobende Worte eines Unternehmensvertreters? Wenn ja, fragen Sie sich, unter welchen Umständen Sie selbst bereit wären, Ihren Namen für ein anderes Unternehmen herzugeben. Doch wohl nur, wenn Sie mit der Leistung zufrieden gewesen wären.

5. Pro-Tipps: Fragen Sie Ihren potentiellen Partner ruhig danach, ob die angebotene oder einzusetzende Hardware beispielsweise SITA-Standards entspricht oder welche IP-Schutzklasse sie hat. Wenn Sie in leere Gesichter schauen, suchen Sie eventuell lieber weiter. Übrigens: Wenn Ihr potentieller Partner zu allem anderen noch IoT-Projekte abgeschlossen hat, in die ein Betriebsrat zur Datenschutzprüfung eingebunden war, dann haben Sie es mit echten Profis zu tun.